Review: Witchery „In His Infernal Majesty’s Service“

Ich muss gestehen, dass mir weder Witchery noch ihre Quasi-Vorgängerband Satanic Slaughter bislang ein Begriff waren. Somit begegnete ich dem Album „In His Infernal Majesty’s Service“ ohne jegliche Erwartungshaltung. Der Opener „Lavey-athan“ gab dann jedoch schnell die Marschrichtung vor: auf in die Schlacht!

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Und jetzt bitte alle die Finger so halten wie die Skeletthand! (Cover: Century Media)

Unter den Bannern von Black und Thrash Metal versammeln Witchery eine unheilige Armee aus elf musikalischen Höllenfürsten. Der neue Sänger Angus Norder keift auf aggressive Weise ins Mikro, jedoch ohne in jene hohen Tonlagen zu verfallen, die den Gehörgang unangenehm malträtieren. Ruhige, getragene Passagen lockern die Songs immer wieder auf. Insgesamt ist das Tempo im Vergleich zu lokalen Genre-Kollegen wie Dark Funeral oder Marduk auch deutlich geringer gehalten, der rasende Black-Metal-Wahnsinn bricht sich eher selten Bahn.

Stilistisch erinnert Witcherys Musik vor allem an Desaster, auch manche Parallelen zu Melechesh sind erkennbar. Die Songs überschreiten nur selten eine Länge von vier Minuten, was die Platte extrem flüssig durchlaufen lässt. Textlich bewegen sich Witchery in verschiedenen mythologischen Kreisen jenseits des stumpfen Umgekehrte-Kreuze-Satanismus: Besagter Anton LaVey wird erwähnt, die antike Religion des Zoroastrismus, die Hexenprozesse von Salem, Vampirismus und Lovecrafts Kurzgeschichte „The Dunwich Horror“. Spannend!

FAZIT

„In His Infernal Majesty’s Service“ ist – sieht man einmal von dem sperrigen Titel ab – eine sehr runde Sache. Es gibt keine wirklichen Ausreißer nach unten, aber eben leider auch keinen Song, der so richtig haften bleibt. Hier ein paar Bläser, da ein bisschen Orgel, aber zumeist sägen die Gitarren eine Powerchord-Folge nach der anderen durch. Klar, Witchery wollen das Genre nicht revolutionieren. Da die Songs in sich und auch untereinander stimmig sind, macht das aber gar nix. Kann man sich in der richtigen Stimmung durchaus mal geben!

WERTUNG: 75%

HIGHLIGHTS: „Nosferatu“, „The Burning Of Salem“, „Empty Tombs“, „Oath Breaker“

Witchery „In His Infernal Majesty’s Service“ (VÖ: 25.11. bei Century Media)

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