PTG’s Hot List 2016: Platz 10-06

Wir haben die Top 10 erreicht, nun wird es langsam spannend… bzw. NOCH spannender!!!11elf! Und diesmal gibt es ordentlich musikalische Action – versprochen!

Platz 10: Hammerfall „Built To Last“

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Hector thront über all den infidels und sorgt für metal justice – oder so (Cover: Napalm Records)

Eigentlich mag ich keinen Power Metal. Hammerfall waren da allerdings schon immer die Ausnahme. In der richtigen Stimmung kann ich während einer Autofahrt schon mal ein ganzes Album von ihnen mitsingen. Nach einigen mediokeren Veröffentlichungen hatten Hammerfall mit dem starken „(r)Evolution“ zuletzt wieder die Kurve bekommen – und mit „Built To Last“ diesen Aufwärtstrend nun weiter fortgesetzt. Denn die Schweden bringen es immer noch. Wer sich auf den Dreiklang aus Pathos, Posen und Power Metal einlässt, wird prächtig unterhalten.

Sänger Joacim Cans ist nach all den Jahren stimmlich weiterhin voll auf der Höhe, ebenso wie Oscar Dronjak & Co. an den Instrumenten. Klar, „Built To Last“ ist kein „Glory To The Brave“, kein „Legacy Of Kings“, kein „Crimson Thunder“. Aber es liegt auch nicht weit dahinter. Auf jeden Fall reihen sich Songs wie „The Sacred Vow“, „The Star Of Home“ oder „Second To None“ in die Liste der Hammerfall-Stücke ein, die man gerne mal während einer Autofahrt oder vor der Bühne mitsingt. Und dabei die Fäuste ballt.

Ein ausführliches Review des Albums findest du hier.

Hammerfall „Built To Last“ (VÖ: 04.11. über Napalm Records)

Platz 9: Dark Funeral „Where Shadows Forever Reign“

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Dunkel, düster, kalt, böse – die Herrschaft der Schatten (Cover: Century Media)

Hach, was gibt es schöneres, als sich in der staden Zeit ein Album von Dark Funeral in den Kopf zu ballern? Nicht viel, denn die schwedische Black-Metal-Institution versteht ihr Handwerk einfach wie kaum eine zweite Band dieses Genres. Seit „Attera Totus Sanctus“ bin ich großer Fan der Prügelkapelle um Saitenhexer Lord Ahriman, denn im Gegensatz zu verwandten Bands wie Marduk, Darkthrone oder (wuarghs!) Endstille bieten Dark Funeral nicht nur stumpfe Aggression und totale Vernichtung. Also, schon auch. Und wie. Aber halt nicht nur.

Denn auf ihrem rasenden Ritt durch die Neun Zirkel der Hölle verlieren Dark Funeral auch nie die melodische und rhythmische Abwechslung aus den Augen. Monotones Abgeholze von Powerchords in Songs, die nur aus zwei Riffs bestehen, sucht man hier vergebens. „As One We Shall Conquer“, „The Eternal Eclipse“ oder „Nail Them To The Cross“ entfalten ihre Brutalität erst durch den Kontrast aus vernichtenden Blastbeat-Gewittern und der morbiden Atmosphäre der gemäßigteren Zwischenteile. Dark Funeral stehen völlig zu Recht an der Speerspitze des Black Metals im 21. Jahrhundert. Und mit „Where Shadows Forever Reign“ hat die Band ein weiteres hoch aufragendes Petruskreuz in den Boden ihres Schattenreichs getrieben. Diesmal völlig ohne falsches Latein…

Dark Funeral „Where Shadows Forever Reign“ (VÖ: 01.04. über Century Media)

Platz 8: Be’lakor „Vessels“

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Aborigines bei einem alten Ritual? Wer weiß… (Cover: Napalm Records)

Bitte zurücktreten, hier ist etwas Großes im Anmarsch! Etwas verdammt Großes! Und es bahnt sich unaufhaltsam seinen Weg. Das musikalische Ungetüm nennt sich Be’lakor und hat sich aus den Tiefen Australiens aufgemacht, unsere kleine Welt zu überrollen… Gut, auch ohne künstlichen Pathos lässt sich festhalten, dass besagte Melo-Death-Band zum Besten zählt, was der Metal-Welt in den letzten Jahren passieren konnte. Und mit „Vessels“ hat die Formation abermals ein Meisterwerk vor dem (dunklen) Herrn auf die geneigte Hörerschaft losgelassen.

Klar, Songs im Spektrum von 7 bis 11 Minuten sind nicht jedermanns Sache. Auch hierfür muss man sich Zeit nehmen. Doch vergeht jene wie im Flug, während man von Riff zu Riff segelt und ein harmonisches Gestade nach dem anderen erkundet, ohne dass an jenen fernen Stränden je zwei melodische Sandkörner einander gleichen würden. Sorry, aber wer „An Ember’s Arc“, „Withering Strands“ oder „The Smoke Of Many Fires“ ohne Gänsehaut und Tränen in den Augenwinkeln übersteht, muss ohne musikalische Geschmacksnerven zur Welt gekommen sein – diese unsachliche Bemerkung sei mir hier einfach mal erlaubt. Wenige Bands verdienen das Prädikat „groß“ so sehr wie Be’lakor. Dank „Vessels“ nun mehr als je zuvor.

Be’lakor „Vessels“ (VÖ: 24.06. über Napalm Records)

Platz 7: Caliban „Gravity“

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Simpel, effektiv – und könnte so auch auf einem Ork-Banner funktionieren (Cover: Century Media)

Es gibt so Bands, die gehen irgendwie voll an einem vorbei. Caliban zählen für mich dazu. Vor Jahren hielt ich mal ihr Debüt „A Small Boy And A Grey Heaven“ in Händen, was mich jedoch nicht nachhaltig begeistern konnte. Seitdem verfolge ich den Werdegang der deutschen Metalcore-Band maximal peripher. Dann stolperte ich über „Gravity“ – und holte mir beinahe einen Schädelbasisbruch ab, so sehr pustete mich das Album aus den Socken! Ich war vom Opener „Paralyzed“ direkt hin und weg, und dies setzte sich mit „Mein schwarzes Herz“ nahtlos fort. Was für eine Energie!

Brutale Breakdowns und derbe Moshpit-Abrissbirnen verpaaren sich in den Songs mit wunderschön melodischen Refrains auf eine derart grandiose Weise, dass ich mich frage, wie Caliban bislang weitestgehend unbemerkt unter meinem Radar hindurchfliegen konnten. Bis „Gravity“ mit „Hurricane“ seinen würdigen Abschluss findet, prügeln noch neun weitere Metalcore-Vorschlaghammer den Hörer zu Boden. Nur, um ihn mit den melancholisch angehauchten Refrains von „Walk Alone“ oder „The Ocean’s Heart“ wieder gen Himmel zu ziehen und den Sonnenuntergang in sich aufsaugen zu lassen – bis die Gravitation wieder zuschlägt. Überhaupt wurde selten ein Album passender betitelt, denn vor der Anziehungskraft dieses Meisterwerks gibt es für mich nun seit bereits neun Monaten kein Entkommen. Und das ist auch gut so!

Caliban „Gravity“ (VÖ: 25.03. über Century Media)

Platz 6: Any Given Day „Everlasting“

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Gordischer Knoten statt gekippter Acht (Cover: Redfield Records)

Kommen wir nun abschließend zu einer Band, die für mich zum heißesten Scheiß zählt, der aktuell in unserem Land über den Metal-Äther fließt: Any Given Day. Bereits mit ihrem Debüt „My Longest Way Home“ hat sich die Formation aus Gelsenkirchen ganz weit vorne in meiner Favoritenliste einsortiert. „Everlasting“ ist nun die Bestätigung, dass die Band mit ihrem ersten Album weit mehr als nur einen Glückstreffer gelandet hat. Ich prophezeie Any Given Day hiermit eine richtig große Zukunft – das nötige Songmaterial ist definitiv vorhanden. Dass ich mit meiner Meinung nicht komplett alleine dastehen dürfte, beweisen auch die guten Charts-Platzierungen der jungen Band. Und ein sehr prominenter Gastsänger.

Denn für den Song „Arise“ steuerte niemand geringerer als Matthew Heafy, seines Zeichens Frontmann von Trivium, einen Gesangspart bei. Der Track hätte aber auch ohne dieses Feature das Zeug zu einem absoluten Überhit mit Ohrwurmgarantie. „Endurance“, „Mask Of Lies“ oder „Levels“ bringen ebenfalls alles mit, was das Herz des modernen Metal-Fans begehrt: Refrains, die mitreißen, und Riffs, die abreißen. Stilistisch lassen sich Any Given Day am ehesten dem Metalcore zuordnen, wenngleich auch Einflüsse des so genannten „Djent“ (sprich: Dschent oder De-Dschent) herausstechen. Ob das wirklich ein Genre ist, daran scheiden sich die Geister ja… Unzweifelhaft ist für mich die musikalische Klasse der Band. Und dass ein Muskelprotz wie Dennis Diehl mit der Statur eines The-Rock-Doubles neben seinen monströsen Growls auch derart gefühlvolle Töne aus seinen Stimmbändern hervorzaubert, fasziniert mich jedesmal wieder. Dranbleiben, Leute!

Any Given Day „Everlasting“ (26.08. über Redfield Records)

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Das waren die Plätze 10 bis 6. Hier geht es zu den restlichen Platzierungen: 

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